Dieser über hundert Jahre alte dänische Roman ist eine Entdeckung und wurde nun ins Deutsche übertragen. Der alte Pfarrer ist einer, der Experimenten und Phantastereien ganz und gar nicht mag. Jüngst ist es die an Tolstoi orientierte Mär von einem Urchristentum: Der Weltfrieden könne erreicht werden, wenn man ohne Besitz lebe und schon im Leben ganz gleichgestellt, im Grunde urkommunistisch zueinanderfinde. Dies predigt ein windiger Pfarrer, der sich in der Gemeinde festsetzen möchte und auf die souveräne, sarkastische Gegenwehr des alten Pfarrers trifft.

Die Kraft zu dieser Gegenwehr speist sich aus der Überzeugung, daß jede hochfliegende Neuordnung des Gemeinwesens bloß ihre Zerrüttung ist. Der alte Pfarrer geht in seinem Widerstand so weit, ein Tötungsdelikt zu vertuschen: Denn der Totschlag geschah aus gutem Grund, und der Täter ist der Dreh- und Angelpunkt der dänischen Gemeinde und ihres Wohlstands.

Der alte Pfarrer lebt von seinen Dialogen, die das Gespräch der damaligen Zeit spiegeln. Weil es um die Verteidigung der Ordnung gegen das Experiment geht, sind sie sehr aktuell, auf eine fast zynische Weise übertragbar auf unsere Lage - und damit auch eine Lehre.

184 Seiten, gebunden.

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